21. Oktober 2020 Unwohlsein, das ist das Gefühl. Vor einigen Tagen war es noch Angst. Heute bekomme ich vielleicht den Termin für meine Stammzellentransplantation. Voraussichtlich in der nächsten Woche soll es losgehen. Ich hoffe es und ich fürchte es. Mein Albtraum begann vor 6 Monaten, am 29. April 2020, als ich mit starken Schmerzen im rechten Arm ins Krankenhaus fuhr. Ich dachte, es wäre eine Sehnenscheidenentzündung, da ich mich wegen der Rückenschmerzen, die ich davor hatte, immer auf meinen Arm gestützt hatte. Aber nach einer Röntgenaufnahme hörte ich den furchtbaren Verdacht des Arztes. „Hatten Sie schon mal Krebs?“ „Ich warte noch auf den Oberarzt, damit er sich das anguckt, aber das sieht nicht gut aus“. Der Oberarzt bestätigte die Einschätzung des jüngeren Arztes Dr. W. Ich wurde eingeliefert und konnte Luna anrufen. Wie sollte ich bloss meiner 19jährigen Tochter eine solche Nachricht überbringen? Ich habe nur neblige Erinnerungen an diesen Moment, ebenso an das Telefonat...
The only way over it is through it. Lebe das Leben in vollen Zügen, das wird uns so gesagt. Gar nicht so einfach in einem Jahr wo eine Pandemie aussbricht und man gleichzeitig eine böse Diagnose bekommt. Was ich auf dieser Platt- form beschreiben möchte, sind die letzten und schwierigsten Tage meiner Therapie. Eine Art Begleittherapie für mich, meine Erlebnisse und Gedanken aufzuzeichnen, bis dieser Spuk endlich vorüber ist. Wer mich lesend begleiten möchte, sei willkommen.